Abbruch: Niederösterreich zerstört die Donauufer-Bahn

Abbruch: Niederösterreich zerstört die Donauufer-Bahn

Bahntrasse muss im Besitz der Öffentlichen Hand bleiben
Presseaussendung, 25. Februar 2019

St. Pölten, Marbach an der Donau – Der jahrelange Einsatz von Wirtschaft, Tourismus, Lokalpolitik und UmweltaktivistInnen war anscheinend umsonst: Die Donauufer-Bahn, eine wesentliche Verbindung im niederösterreichischen Nibelungengau, wird gerade zerstört. Seit Tagen werden 19 Kilometer Schiene genau in der Mitte der durchgehenden alten Trasse Wien-Linz herausgerissen. „Das Vorgehen der NÖ Landesregierung ist eine unbeschreibliche Zerstörung von Kulturgut und Infrastruktur“, kritisieren die Mitglieder der Verkehrswende Niederösterreich. „Jetzt muss wenigstens die Bahntrasse im Besitz der Öffentlichen Hand bleiben!“

Betroffen sind unter anderem Marbach und andere Anrainergemeinden. Nach der derzeit laufenden Zerstörung der Schienenanlagen und Brücken, werden in Zukunft täglich 70 schwere LKW mit Bahnschotter eines großen Schotterwerks auf der Straße abtransportiert werden. „In der Mitte einer Bahnstrecke ein Loch zu schaffen, ist völlig sinnlos“, sind die Verkehrswende-AktivistInnen fassungslos. Die Bahnabwrackung steht im eklatanten Widerspruch zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung.

Starke Unterstützung für die Rettung der Donauufer-Bahn kommt aus Oberösterreich, wo die Donauufer-Bahn – anders als in Niederösterreich – ausgebaut wurde. „Man reißt ja auch kein Loch mitten in eine Straße! Bahnen funktionieren nur in einem System als Netz“, meint der Obmann des Verkehr- und Regionalforums Waldviertel, Josef Baum.

Während die Zerstörung der Gleise der Donauufer-Bahn laufend weitergeht, gibt es einen wahrscheinlich letzten Rettungsversuch: Vergangenen Montag, 18. Februar 2019, fand im Büro von Verkehrsminister Norbert Hofer ein konstruktives Gespräch mit Dietrich Wertz, dem Bahnzuständigen im Kabinett Hofer statt. Die Forderung der Verkehrswende dabei: die Unterbrechung des Auflassungsverfahrens. Da für die Donauufer-Bahn Niederösterreich zuständig ist, aber auch insbesondere aus Oberösterreich weiter das Interesse an einer durchgehenden Verbindung bis Krems besteht, wurde vereinbart, NÖ und OÖ zu einem Gespräch zusammen mit aktiven ExpertInnen einzuladen.

„Wir können die Donauufer-Bahn als moderne Bahn reaktivieren, solange die Trasse rechtskräftig existiert und nicht verbaut ist“, beschreibt Verkehrswende-Sprecher Josef Baum. Vor allem der NÖ Verkehrslandesrat Schleritzko muss hier aktiv werden. Schließlich steht auch im Waldviertel die Auflassung und der Abbruch einer Bahnlinie im Raum: Sigmundsherberg – Zellerndorf. Der Kampf für die Erneuerung der Donauufer-Bahn stellt auch den Kampf für die unbestritten notwendige Verkehrswende insgesamt dar. „Wir fordern die Unterbrechung des Auflassungsverfahrens und den Abbruch des Abbruchs“ so die Donauuferbahn-AktivistInnen.

Unterstützen Sie die Petition PRO Donauuferbahn!

Klimastrategie: Politik braucht Mut zu unbequemen Maßnahmen über den Wahltag hinaus

Klimastrategie: Politik braucht Mut zu unbequemen Maßnahmen über den Wahltag hinaus

Bahn retten, Klimakatastrophe und Mobilitätsarmut bekämpfen
Presseaussendung, 4. April 2018

Wien - Endlich ist sie da, die Klimastrategie der Bundesregierung. Die Plattform Verkehrswende Niederösterreich vermisst vor allem eines: Mut der handelnden PolitikerInnen. "Wir brauchen dringend bindende Maßnahmen um unsere Lebensgrundlagen zu sichern", so Verkehrswende-Sprecher Axel Grunt. "Die Klimakatastrophe wird das Leben in Österreich verändern. Die Zeit für freundliche Bitten und freiwillige Maßnahmen ist längst vorbei!" Das Beispiel Niederösterreich macht deutlich, wo Handlungsbedarf besteht: Waldviertel-Autobahn oder Lobau-Autobahn stehen auf der Wunschliste der Landesregierung, Bahnausbauten wie die Elektrifizierung der Schnellbahn nach Bratislava lassen auf sich warten, die Donauufer-Bahn könnte demnächst unwiderbringlich zerstört sein.

Aus akutem Anlass setzen sich die Verkehrswende-Initiativen dafür ein, die drohende Zerstörung der Donauufer-Bahn im Abschnitt zwischen Lehen-Ebersdorf und Weins-Isperdorf sofort zu stoppen. Klimaschutz ist Menschenschutz! Nur wenn wir der Klimakatastrophe gemeinsam entschieden entgegentreten, auch mit politisch verordneten Maßnahmen, haben wir eine Chance, die Lebensgrundlagen in Österreich zu retten. Beispiel Mobilität: Wir brauchen deutlich angehobene Investitionen in den Öffentlichen Verkehr. Einerseits als Maßnahme gegen den CO2-Ausstoß der PKW. Andererseits: Überall dort, wo der öffentliche Verkehr in den letzten Jahrzehnten abgebaut und zerstört wurde, leiden heute Menschen unter Mobilitätsarmut. Es braucht dringend Abhilfe gegen den teuren Autozwang, der die Menschen in diese Form der Armut treibt.

Leider verwechseln Verkehrsminister Hofer und Umweltministerin Köstinger "Verkehr" und "Autoverkehr". "Um die Klimakatastrophe abzuwenden und um Maßnahmen gegen die Mobilitätsarmut zu setzen, brauchen wir den Verkehr keineswegs einzuschränken. Bloß den Autoverkehr", so die Verkehrswende-AktivistInnen. Mehr Fahrradverkehr, ein dichteres Schnellbahnnetz, mehr Linienbusse,... jede Maßnahme hilft! Nicht nur aus Klima-Sicht ist es Zeit, politisch aktiv gegenzusteuern! Das Netzwerk Verkehrswende Niederösterreich fordert ein klares, mit nachvollziehbaren Schritten und entsprechendem Budget unterlegtes, Bekenntnis zum Ausbau des Öffentlichen Verkehrs.

Auch darf die Bundesregierung - die MinisterInnen Hofer und Köstinger - nicht schweigend zusehen, wenn wertvolle, bestehende Infrastruktur zerstört wird. So steht ja die niederösterreichische Donauuferbahn unmittelbar vor der Zerstörung. Endgültige Abrissmaßnahmen können jeden Tag beginnen. In diesem Zusammenhang klingt es fragwürdig, wenn der zuständige niederösterreichische Landesrat Schleritzko ausgerechnet ankündigt: NÖ wird in Mobilitätsfragen seinen Beitrag zur Klimastrategie leisten (OTS vom 3. April 2018).

Derzeit sieht die Politik der Volkspartei anders aus: Man denkt in St. Pölten über eine Waldviertel-Autobahn nach und fordert regelmäßig den Bau der Lobau-Autobahn durch den Nationalpark Donauauen. Gleichzeitig lässt die Elektrifizierung des Marchegger Asts der Schnellbahn nach Bratislava auf sich warten. Bald 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhanges ist die Verkehrsverbindung zwischen Wien und Bratislava dringend verbesserungswürdig. Verkehrswende Niederösterreich setzt trotz der vorliegenden Klimastrategie auch auf den Einsatz der Bundesregierung. "Um unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen gegen die Klimakatastrophe zu verteidigen braucht es die Bundesregierung. Und es braucht Mut, ernsthafte Schritte zu setzen", so die Initiative.

8. März 2019 – Gründung des Vereines „Verkehrswende NÖ“

8. März 2019  –  Gründung des Vereines „Verkehrswende NÖ“

Eingeladen sind Frauen und Männer der Verkehrsinitiativen in Niederösterreich und insgesamt alle Menschen, denen intelligente, moderne und leistbare Mobilität ein Anliegen ist. > Anmelden

Freitag, 8. März 2019 · 18.00 Uhr
St. Pölten,
Bildungshaus St. Hippolyt, Eybnerstraße 5 · gleich beim Bahnhof > Lageplan

Darum geht es bei diesem Treffen:

• Vorbereitung der Gründung des Vereins „Verkehrswende NÖ“
• Ziele festlegen, Rollen definieren
• Regeln der Zusammenarbeit fixieren
• Erste gemeinsame Aktivitäten vereinbaren
• Arten der Mitgliedschaften: Personen, Vereine etc.
• Und ganz wichtig: DU kannst entscheidend mitbestimmen, mit einer Funktion im Vorstand!

Verändern wir die Verkehrspolitik in Niederösterreich.

Wir brauchen eine Verkehrswende hin zu mehr öffentlichem Verkehr und zu nachhaltigen Mobilitätsangeboten.
Wir machen konstruktive Vorschläge für regionale oder NÖ-weite Verbesserungen des umweltfreundlichen Verkehrsverbunds.

Es gibt viel zu tun und es ist möglich!