ZukunftStattAutobahn pin 128

Marchfelder Bürgermeister beharren auf der Zerstörung wertvollen Bodens
Presseinformation, 12. April 2016

Wien – Eine kleine Gruppe von Bürgermeistern aus dem niederösterreichischen Marchfeld ist heute extra ins Kanzleramt nach Wien gekommen, um sich für eine internationale LKW-Transitroute quer durch bestes Ackerland stark zu machen. Die Abordnung rund um den Gänserndorfer Bürgermeister Lobner fordert den raschen Bau der S8, der Marchfeld-Autobahn. Das Ergebnis wäre mehr Feinstaub und mehr Lärm, die Ortskerne würden wieder einmal nicht entlastet.

„Es ist kein Geld für die Marchfeld-Autobahn da“, kommentiert der Obmann der Plattform Zukunft statt Autobahn, Axel Grunt. „Die PendlerInnen, die auf eine Verbesserung ihrer Situation hoffen, werden von ihren Bürgermeistern für dumm verkauft!“ Zukunft statt Autobahn fordert die Lokalpolitik auf, sich endlich für wirkungsvolle Lösungen im Sinne der geplagten Bevölkerung einzusetzen: lokale, kleinräumige Umfahrungen, intelligente Regionalentwicklung, Ausbau des öffentlichen Verkehrs zum Nutzen der belasteten Menschen in Gemeinden wie Deutsch Wagram, Strasshof oder Gänserndorf.

„Wir brauchen echte Wahlfreiheit im Verkehr: Weg vom Autozwang in weiten Teilen Niederösterreichs, hin zu hochwertigem Öffentlichen Verkehr und kluger Regionalentwicklung“, fordert Axel Grunt. Derzeit wird der Autoverkehr trotz Klimawandel weiter angekurbelt, Bahninfrastruktur und öffentlicher Verkehr in Niederösterreich werden ausgedünnt! Alleine die Pläne für drei NEUE Autobahnen durchs Weinviertel zeigen, wie die Politik auf den bedingungslosen Ausbau des Straßennetzes setzt – unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Ein Beispiel: Im Budgetvoranschlag des Landes für 2016 findet sich das Wort „Fahrrad“  im gesamten Dokument kein einziges Mal!

Ein drastisches Beispiele für die derzeit herrschende Auto-Politik sind die zahlreichen Autobahnprojekte in Niederösterreich: A5 Nordautobahn, S1 Lobau-Autobahn, S8 Marchfeldschnellstraße oder die S34 durch das Traisental. Dazu kommen überdimensionierte Ortsumfahrungen (Maissau, Mistelbach, Rückersdorf, Zwettl,…).  Für den notwendigen Ausbau der Bahn (Franz-Josephs-Bahn, Donauuferbahn,  „Krumpe“ Ober-Grafendorf–Gresten oder Weinviertelbahn) will das Land dann kein Geld mehr haben…!

Die Unzufriedenheit der niederösterreichischen Bevölkerung mit dem Zwang ins Auto wächst! Während bei der S8 mit fragwürdigen Mitteln Druck gemacht wird, geht der Ausbau der parallel laufenden Bahnverbindung (Marchegger Ast) sehr schleppend. Erst bis 2023 soll bis die wichtige Verbindung überhaupt erst einmal bis zur Staatsgrenze elektrifiziert werden! Baubeginn in Niederösterreich frühestens in 3 Jahren…