Rasen am Ring: „Same procedure as every year, James!“

Rasen am Ring: „Same procedure as every year, James!“

Ein Aufruf, die Wiener Verkehrsprobleme doch ausnahmsweise intelligent zu diskutieren

„Rasen am Ring“, der Tag danach.

Das Sichten der Presseaussendungen und Zeitungsberichten fördert Spannendes zu Tage: „Krieg am Ring“ titelt da jemand, von einem „Anschlag auf die Bewohnerinnen und Bewohner“ schreibt ein Partei-Kandidat. Im letzten Jahr war es ähnlich, im Jahr davor auch. Eine reflektierte Diskussion findet kaum statt, zu festgefroren ist der missverstandene Pro-Auto-Reflex. „Oh, by the way, the same procedure as last year, Miss Sophie?“ „Same procedure as every year, James.“

Was ist denn auf der Ringstraße passiert?
Etwa 26.000 Menschen haben den wunderbaren Spätsommertag genutzt. Sie haben ihr Büro vorübergehend ins Freie übersiedelt, einen feinen Nachmittag mit ihren Kindern verbracht oder einfach nur den attraktiven Raum zwischen Wiens prächtigsten Bauwerken genossen! Buntes Leben, wo sonst Autoschlangen vorbeiziehen.

Und es gibt auch die andere Seite: Viele Autos haben einen Stau gebildet. Viele Menschen haben sich geärgert! Warum muss schon wieder auf dem Ring demonstriert werden? Ich muss meine Frau mit dem Auto zum Arzt bringen und jetzt stecken wir hier fest, erzählt einer. Warum muss ich hier im Stau stehen?

Ja, warum eigentlich?

Die Einwohnerzahl Wiens wächst. Immer mehr Menschen versuchen in der Früh in die Schule oder zur Arbeit zu kommen. Immer mehr Menschen suchen einen Parkplatz. Der Trend geht ja in die richtige Richtung: Der Motorisierungsgrad, also die Zahl der Autos pro Haushalt, sinkt. Durch den Zuzug steigt die absolute Zahl an PKW aber weiter an. Wenn wir nicht gegensteuern, steht Wien eines Tages still.

Darum wollen wir mit „Rasen am Ring“ zum Nachdenken anregen. Müssen Sie heute Auto fahren? Müssen Sie morgen Auto fahren? Ist es möglich, mit jemandem mitzufahren statt alleine unterwegs zu sein? Wäre die Straßenbahn eine Alternative? Könnten Sie morgen zwei Wege auf einmal erledigen?

Wir leben in einer Stadt mit einem großartigen Öffentlichen Verkehrsnetz. Okay, in den Randbezirken könnte der Bus öfter kommen. Okay, das Radwegenetz könnte attraktiver sein. Aber es wird immer besser. Wohl auch darum wird nur mehr etwa ein Viertel der Alttagswege in unserer Stadt mit dem Auto erledigt. Der überwältigende Teil von etwa drei Viertel verteilt sich auf Öffentlichen Verkehr, Fahrrad oder die eigenen Füße.

Unser Ziel mit Rasen am Ring ist in diesem Kontext ein sehr klares: Ziel ist eine Verkehrspolitik, die sich weniger am Auto sondern mehr am Menschen orientiert. Eine Stadt der kurzen Wege. Echte Wahlfreiheit. Urbanität nicht nur in der Innenstadt. Die Einbeziehung des Wiener Umlandes, des Speckgürtels. Eine gemeinsame intelligente Planung mit Niederösterreich. Spürbare Lenkungsmaßnahmen wie eine Verkehrserregerabgabe. Deutlicher Ausbau des Öffentlichen Verkehrs auch über die Stadtgrenze hinaus.

Ein Schritt in diese Richtung ist eine verkehrsberuhigte, autofreie Ringstraße ist und damit mehr Lebensqualität für Wien und dessen BewohnerInnen. Auch für Sie, die sie gestern im Stau gestanden sind.

Weg mit dem Demonstrationsrecht! Weg mit umweltfreundlicher Mobilität!

Weg mit dem Demonstrationsrecht! Weg mit umweltfreundlicher Mobilität!

Wiener ÖVP etabliert sich endgültig als Mobilitäts-Dinosaurier

Presseaussendung, 22. September 2015

Wien – Die Wiener ÖVP wirft offenbar jede politische Redlichkeit über Bord: Heute, ausgerechnet heute am Internationalen Autofreien Tag, hat Parteiobmann Juracka eine Pressekonferenz veranstaltet: "Stopp den Autofahrer-Schikanen". Erst vor wenigen Tagen hat die Volkspartei mit der Forderung Kundgebungen zu untersagen, wenn sie den Autoverkehr blockieren, ihr erschütterndes Demokratieverständnis betont. Damit qualifiziert sich die Wiener ÖVP und ihr Obmann eindeutig für den Titel „Mobilitäts-Dinosaurier“. „Wien und Österreich brauchen eine Politik für Menschen statt einer für Verbrennungsmotoren!“, stellen die Rasen am Ring-OrganisatorInnen klar!

Platz in einer Großstadt ist eine der wichtigsten Ressourcen. Schließlich leben in Wien immer mehr Menschen auf begrenztem Raum. Immer mehr Menschen versuchen in der Früh in die Schule oder zur Arbeit zu kommen. Immer mehr Menschen suchen einen Parkplatz, die Flächen werden knapper. „Wenn wir nicht gegensteuern, steht Wien bald still. Stau rund um die Uhr“, prognostiziert die Plattform Autofreie Stadt. "Wir setzen uns für gerechte Raumverteilung auf einem lebenswerten Ring und gegen Umweltschäden und Geldverschwendung durch die geplante Lobau-Autobahn ein!", so die VeranstalterInnen.

Die StadtaktivistInnen nehmen am Autofreien Tag eine Straße von den AutofahrerInnen und übergeben Sie den Menschen. Einschränkung der Bewegungsfreiheit? Kaum! Zwischen Oper und Universität laufen drei Viertel des Verkehrs problemlos und sogar besser als an anderen Tagen. Denn nur mehr ein Viertel der täglichen Wege wird in Wien mit dem PKW zurückgelegt. Der enorme Großteil von drei Viertel verteilt sich auf Öffentlichen Verkehr, Fahrrad oder die eigenen Beine. Und alle Menschen profitieren von einer Stadt, die weniger auf den PKW-Verkehr ausgerichtet ist.

Heuer jährt sich der Autofreie Tag in Österreich übrigens bereits zum dreißigsten Mal! 1985 – Erhard Busek war damals Obmann der Wiener ÖVP – haben ARGUS (Arbeitsgemeinschaft Umweltfreundlicher Stadtverkehr), Greenpeace, Global 2000 und die Österreichischen HochschülerInnenschaft aufgerufen, die Alltagswege umweltfreundlich zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffis zurückzulegen. Bei der Pressekonferenz in Wien, einer Stadt in der es bis auf erste Teilstücke am Ring keine Radinfrastruktur gab, wurde ein Maßnahmenkatalog für eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik präsentiert: Radfahren gegen die Einbahn, Ausnahmen beim Abbiegeverbot, Durchfahrtsmöglichkeiten für Radfahrer bei Sackgassen, Mitbenützung der Busspuren.

Österreich war damit Vorreiterland einer internationalen Bewegung, die für eine menschengerechte, Mobilität eintritt. Und diese Forderungen haben nicht an Aktualität verloren. „Wir übergeben den Ring den Wienerinnen und Wienern, damit sie dort nach eigenem Wunsch gestalten können – in Ruhe und ohne Autozwang!“, betont die Plattform Autofreie Stadt.

Rasen Am Ring feiert 150 Jahre Wiener Ringstraße

Rasen Am Ring feiert 150 Jahre Wiener Ringstraße

Plattform "Autofreie Stadt" holt den Prachtboulevard für die Menschen zurück

Presseaussendung, 18. September 2015

Wien (OTS) – Gemeinsam mit Institutionen wie Klimabündnis oder dem Jüdischen Museum feiert die Plattform Autofreie Stadt bereits zum neunten Mal mit der Veranstaltung „Rasen am Ring“ den Internationalen Autofreien Tag. „An diesem einen Tag im Jahr schaffen wir einen attraktiven Lebensraum zwischen Wiens prächtigsten Bauwerken“, verspricht die Plattform Autofreie Stadt. „Wo sonst Autoschlangen vorbeiziehen, gibt es während Rasen am Ring sieben Stunden lang Naturrasen, Musik, Diskussionen und Kinderprogramm.“

Platz in einer Großstadt ist eine der wichtigsten Ressourcen. Schließlich leben in Wien immer mehr Menschen auf begrenztem Raum. Immer mehr Menschen versuchen in der Früh in die Schule oder zur Arbeit zu kommen. Immer mehr Menschen suchen einen Parkplatz, die Flächen werden knapper. „Wenn wir nicht gegensteuern, steht Wien bald still. Stau rund um die Uhr“, prognostiziert die Plattform Autofreie Stadt anlässlich der Internationalen Mobilitätswoche. Als Denkanstoß bietet die Ringstraße darum für sieben Stunden Freiräume im Zentrum Wiens, wo sonst der Autoverkehr FußgängerInnen und RadfahrerInnen an den Rand drängt. "Wir setzen uns für gerechte Raumverteilung auf einem autofreien, lebenswerten Ring und gegen Umweltschäden und Geldverschwendung durch die geplante Lobau-Autobahn ein!", so die VeranstalterInnen.

Die heurige Ausgabe von Rasen am Ring bietet viel Neues: Die Universität Wien präsentiert anhand eines Modells, wie ein autofreier Vorplatz vor dem Hauptgebäude aussehen könnte. Das Jüdische Museum bringt eine Lesung zur Geschichte der Ringstraße, es gibt eine öffentliche Vorlesung von Prof. Roland Girtler und eine Podiumsdiskussion. Ebenfalls neu: Mit der Veranstaltungsleiste „Rasenmusik-Boulevard“ laden wir neben dem etablierten Bühnenprogramm MusikerInnen ein, auf der autofreien Fahrbahn zu spielen – abgestimmt auf das Jahresmotto „150 Jahre Ringstraße“.

Einen besonderen Wert haben eigenen Zonen zum Selbstaneignen: Ein Anliegen von Rasen am Ring ist die Möglichkeit, sich vom Autoverkehr besetzte Bereiche neu anzueignen. Darum gibt es entlang der Rasen am Ring-Zone eigens ausgewiesene Bereiche ohne organisiertes Programm. „Wir übergeben den Ring den Wienerinnen und Wienern, damit sie dort nach eigenem Wunsch gestalten können!“, betont die Plattform Autofreie Stadt. Heuer geht „Rasen am Ring“ auch direkt auf AutofahrerInnen zu und sucht das Gespräch: Im Kreuzungsbereich vor der Staatsoper verteilen die StadtaktivistInnen Informationsblätter und Bio-Äpfel von Adamah.

„Rasen am Ring“ wird von der Plattform Autofreie Stadt als erster Schritt zu einem dauerhaft autofreien Ring gesehen. Die Plattform tritt gegen Geldvernichtung durch die geplante Lobau-Autobahn auf, die den Nationalpark Donau-Auen durchbohren und Abgase von 60.000 zusätzlichen Fahrzeugen täglich verursachen könnte, falls sie um 3 Milliarden Euro errichtet wird. Die Plattform "Autofreie Stadt" fordert grundsätzliche Änderungen der Verkehrspolitik: Förderungen des unmotorisierten und öffentlichen Verkehrs statt Bahnstreckenstillegungen; Ausbaustopp für Autobahnen und Schnellstraßen; Steuerliche Begünstigungen für Radverkehr statt für SUVs und Dienstwagen u.v.m.!

„Rasen am Ring“ wird hauptsächlich durch ehrenamtliches Engagement getragen – von der Radlobby Wien, Greenpeace, Fahrrad Selbsthilfe im WUM, LA21-Gruppe "bewusst und nachhaltig", ARGE Schöpfungsverantwortung sowie der Plattform "Zukunft statt Autobahn". Der Autofreie Tag wird in vielen Städten gefeiert, indem Innenstadtteile autofrei gemacht werden, um Lebensraum zu schaffen.

Rasen Am Ring, Dienstag, 22.9., 12-19h, Staatsoper bis Universität Wien

Presse- und Fototermin: 12 Uhr, Bühne vor der Universität Wien

Details: www.autofreiestadt.at

Zukunft statt Autobahn ad S1: Mobilität ist mehr als Milliarden-Autobahnen

Geltendes UVP-Recht ist vollkommen untaugliches Instrument

Presseaussendung, 4. Mai 2015

In Wien haben heute Umweltorganisationen und BürgerInneninitiativen ihren Widerstand gegen das Monsterprojekt Lobau-Autobahn und ihre Einsprüche gegen den seit kurzem vorliegenden Umweltverträglichkeitsbescheid zur S1, der Lobau-Autobahn, begründet. Die NGO-Plattform Zukunft statt Autobahn unterstützt diese Aussagen und die dahinterstehenden Einsprüche vollinhaltlich:

„Obwohl die Asfinag auf einem Schuldenberg von 12 Milliarden Euro sitzt, sollen alleine im niederösterreichischen Weinviertel drei Autobahnprojekte umgesetzt werden“, kritisiert Zukunft statt Autobahn-Obmann Axel Grunt. „Das absurdeste Projekt, die Lobau-Autobahn, ist da noch gar nicht dabei!“ Das teuerste Autobahn-Vorhaben Österreichs würde mindestens 3 Milliarden Euro vernichten, und das ohne entscheidenden Vorteil für die Österreicherinnen und Österreicher. Alleine heuer soll eine Milliarde Euro für Autobahnen und Schnellstraßen ausgegeben werden, die Hälfte davon für fragwürdige Neubauten. Der Öffentliche Verkehr aber wird vor allem im ländlichen Raum weiter ausgedünnt.

Asfinag und heimische Verkehrspolitik sehenden Auges zusätzlichen PKW-Verkehr. Die regelmäßig versprochene Entlastung der Anrainergemeinden wird definitiv nicht stattfinden. Sie beruhen tatsächlich nur auf absurden Rechenspielen der Asfinag.

Gut ausgebauter, leistbarer öffentlicher Verkehr ist die Zukunft. Menschen brauchen gesicherte, leistbare und gut ausgebaute Öffentliche Mobilität. „Der Bau von Schnellstraßen und Autobahnen ist Politik von vorgestern“, betont Axel Grunt von Zukunft statt Autobahn. „Die Auseinandersetzung um die Lobau-Autobahn ist jedenfalls nicht entschieden“, dämpft Axel Grunt die verfrühte Freude bei der Asfinag. „Zusätzliche Verfahren wie Wasserrecht und Naturschutz stehen noch aus, auch das Bundesverwaltungsgericht hat den UVP-Bescheid noch nicht geprüft. Der Bau der Lobau-Autobahn wäre jedenfalls fahrlässig!

Asfinag: Zu früh gejubelt!

Edikt ist keine Baubewilligung für die Lobau-Autobahn!

Presseaussendung, 27. März 2015

„Ein Edikt ist keine Baubewilligung und Baubeginn ist frühestens nach einem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts“, so kommentiert Axel Grunt, Sprecher der NGO-Plattform Zukunft statt Autobahn die heutige Aufregung um die Lobau-Autobahn in den Büros der Asfinag. Bereits vor wenigen Wochen haben wir dasselbe hektische Schauspiel rund um das Edikt zur S7, der Fürstenfeld-Schnellstraße, erlebt. Auch dort werden die Bagger noch länger in den Garagen bleiben.

Zu viele Fragen sind rund um die Lobau-Autobahn offen, zu viele Probleme während des bisherigen Verfahrens auf den Tisch gekommen. Darum fordert Zukunft statt Autobahn den zuständigen Infrastrukturminister Stöger auf, der ernsten Beschädigung des Nationalparks Donau Auen ein Ende zu bereiten: „Ungenügender Brandschutz, Sorge ums Grundwasser, zusätzliche Luftschadstoffe, Feinstaub und Lärm – und das alles auf Basis fragwürdiger Verkehrsberechnungen!“, so die umweltpolitische Plattform zur S1.

Das teuerste Autobahn-Vorhaben Österreichs würde mindestens 3 Milliarden Euro vernichten, und das ohne entscheidende Vorteile für die Österreicherinnen und Österreicher!

„Autofasten“ zeigt Alternativen auf den Alltagswegen

„Zukunft statt Autobahn“ unterstützt Initiative der kirchlichen Umweltbeauftragten

Presseinformation, 16. Februar 2015

Bewusst das Auto stehen lassen! Ab Aschermittwoch, 18. Februar, wird in Österreich wieder „autogefastet“: sechs Wochen ohne oder mit möglichst wenig Auto. Positive Überraschungen sind zu erwarten: neue Lebensqualität, mehr Bewegung, mehr Entspannung. „Autofasten“ ist eine der 50 Partnerorganisationen der Plattform Zukunft statt Autobahn (zsa). „Wir laden alle ÖsterreicherInnen ein, die Zeit vor Ostern zum Autofasten zu  nutzen“, sagt Axel Grunt, Obmann von Zukunft statt Autobahn. „Sie werden sehen: Sie kommen in fast allen Fällen auch ohne Auto ans Ziel.“

Die Initiative „Autofasten“ feiert heuer bereits ihr 10-jähriges Bestehen. Ziel ist es, eine lebenswerte Welt an die nächsten Generationen weiter zu geben. Ein weiteres Anliegen ist es Menschen zu motivieren, bewusster und intensiver zu leben und durch andere Fortbewegungsmittel als dem Auto neue Freiheiten zu gewinnen und ein neues Lebensgefühl zu erleben. „Wir fordern auch abseits der großen Städte intelligente und leistbare Mobilitätsangebote“, sagt Axel Grunt von Zukunft statt Autobahn. „Öffentliche Verkehrsmittel, Anrufsammeltaxis oder Regionalbahnen dienen den Menschen und der Entwicklung der Regionen.“

Die Initative der katholischen und evangelischen Kirche leistet mittlerweile einen wesentlichen Beitrag zu Klima- und Umweltschutz. „Die über 15.700 TeilnehmerInnen im vergangenen Jahr bedeuten eine beeindruckende Reduktion an Schadstoffen und CO2“, freuen sich die Veranstalter. Unglaubliche 9,4 Mio. Autokilometer und somit rund 1.860 t CO2 sind 2014 eingespart worden – für heuer nimmt man sich die 10 Mio. Kilometer-Marke als Ziel.

„Für ganzjähriges Autofasten – also einen generell überlegteren Einsatz des PKW – muss die Politik ihr Fasten in Sachen Öffentlicher Verkehr beenden“, so die Plattform Zukunft statt Autobahn. „Es braucht zwingend deutliche Verbesserung des Öffi-Angebots sowie Mut zu nachhaltiger Verkehrspolitik.“

Nähere Informationen und regionale Kontakte: www.autofasten.at

Zukunft statt Autobahn zu Asfinag: Mobilität ist mehr als Milliarden-Autobahnen

S7-Edikt dürfte sich als weiterer Rohrkrepierer erweisen

Presseinformation, 12. Februar 2015

Die Plattform Zukunft statt Autobahn ruft Verkehrsminister Stöger heute auf, dem Treiben der Asfinag Grenzen zu setzen. Alleine heuer soll wieder einmal eine Milliarde Euro für Autobahnen und Schnellstraßen ausgegeben werden, die Hälfte davon für fragwürdige Neubauten. Der Öffentliche Verkehr aber wird vor allem im ländlichen Raum weiter ausgedünnt. „Obwohl die Asfinag auf einem Schuldenberg von 11,5 Milliarden Euro sitzt, sollen mit A5, S8 und S3 alleine im niederösterreichischen Weinviertel drei Autobahnprojekte umgesetzt werden“, kritisiert Zukunft statt Autobahn-Obmann Axel Grunt.

Neugebaut werden sollen nach den heute vorgelegten Plänen die A26, die Linzer Donaubrücke, die A5-Verlängerung in Niederösterreich und die S7, die Fürstenfeld-Schnellstraße.

Vor allem bei dem umstrittenen S7-Projekt in der Steiermark ist die Asfinag-Freude über einen baldigen Baubeginn wohl eher strategisch kalkuliert als ehrlich:  Von einer „verfahrensabschließenden“ Genehmigung – wie das BMVIT in seiner Kundmachung behauptet – kann keine Rede sein. „Gegen den UVP-Bescheid ist das ordentliche Rechtsmittel der Bescheidbeschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig“, so Dr. Johann Raunikar, Sprecher der Allianz gegen die S7. Die BürgerInneninitiative wird jedenfalls eine solche Bescheidbeschwerde erheben, da im ersten Verfahrensgang vom Verwaltungsgerichtshof lediglich ein einziger Formalfehler des seit dem Jahre 2008 anhängigen S7-UVP-Verfahrens aufgegriffen worden ist. Auf die zahlreichen weiteren formellen und inhaltlichen Rechtswidrigkeiten, die einer genehmigenden Entscheidung der geplanten S7 den Boden entziehen, wurde gar nicht eingegangen. „Damit steht fest: der nächste Rohrkrepierer wurde geladen!“, so Raunikar.

Zukunftsorientierte Politik setzt nicht darauf, Menschen auf möglichst schnellen Straßen zu möglichst weit entfernten Arbeitsplätzen zu verfrachten. Zukunftsorientierte Politik setzt auf kluge Regionalentwicklung, Arbeitsplätze im Bezirk und intelligente lokale Verkehrslösungen. Stattdessen induzieren Asfinag und heimische Verkehrspolitik sehenden Auges zusätzlichen PKW-Verkehr. Dabei steigen die Kosten für Straßensanierungen in den Bundesländern und Gemeinden massiv. Laut VCÖ benötigen viele der 110.000 Kilometer Landes- und Gemeindestraßen in den kommenden Jahren eine Generalsanierung. Kosten, die die chronisch finanzschwachen Gemeinden kaum mehr leisten können!

Menschen brauchen gesicherte, leistbare und gut ausgebaute Öffentliche Mobilität. „Der Bau von Schnellstraßen und Autobahnen ist Politik von vorgestern“, betont Axel Grunt, Obmann von Zukunft statt Autobahn. „Gut ausgebauter, leistbarer öffentlicher Verkehr ist die Zukunft.“

Zukunft statt Autobahn zu A5: Das Weinviertel braucht keine drei Autobahnen

Landesrat Karl Wilfing soll auf seine Privat-Autobahn verzichten

Presseinformation, 28. November 2014

324 Millionen Euro für 25 Kilometer – die Asfinag hat heute den Baustart für die A5, die Weinviertel-Autobahn gefeiert. Einmal mehr ist die Öffentliche Hand (das Land Niederösterreich und das Verkehrsministerium) bereit, den Autoverkehr mit Unsummen zu fördern. Während für die A5 13 Millionen Euro pro Kilometer verschleudert werden, wird der Öffentliche Verkehr weiter ignoriert. „Mit A5, S8 und S3 sind in der Region mindestens zwei Autobahnprojekte zu viel auf dem Weg“, kritisiert Zukunft statt Autobahn-Sprecher Axel Grunt. Das Weinviertel braucht keine drei Autobahnen sondern kluge Regionalentwicklung, Arbeitsplätze im Bezirk und intelligente lokale Verkehrslösungen

Während sich Karl Wilfing rühmt, auf seinem Weg von Zuhause in Wetzelsdorf nach St. Pölten ins Landhaus nun nur mehr 70 Minuten zu brauchen, zeigt das bloß seinen persönlichen Vorteil. Seine Aufgabe als Landesrat für Öffentlichen Verkehr nimmt er weiterhin kaum war: Mit Bus und Bahn braucht es in die Landeshauptstadt mindestens die doppelte Zeit!

Die A5 und ihre tschechische Fortsetzung lösen die Probleme der Region keineswegs. Effizienter und mehr im Sinn der Menschen im Weinviertel wäre es, die längst vorliegenden Umfahrungspläne zügig zu realisieren. Die niederösterreichische Verkehrspolitik hat allerdings lieber bewusst jahrelange Verfahren in Kauf genommen, um die Autobahn durchzuboxen. Den Menschen in und um Poysdorf donnern unterdessen die Lastwagen durch die Wohnzimmer.

KritikerInnen des Projekts hat Wilfing – eigentlich Niederösterreichs Landesrat für Öffentlichen Verkehr – persönlich diskreditiert: Die BürgerInneninitiative "BI A5 Mitte" wurde regelmäßig öffentlich angegriffen, bis hin zu einer von Wilfing beworbenen Demonstration vor dem Privathaus der Sprecherin der BI. Nur das Eingreifen der Polizei konnten die rund 70 DemonstrantInnen daran hindern, bis zu dem Privathaus vorzudringen.

Die Bedürfnisse der Bevölkerung egal ob im Waldviertel oder im Industrieviertel liegen in einer gesicherten, leistbaren gut ausgebauten Mobilität. Die vielen Vorteile auch für die Wirtschaft von einem gut ausgebauten Öffentlichen Verkehr sieht man vieler Orts in anderen Ländern, leider lässt dieser in Niederösterreich immer mehr zu wünschen übrig. „Der Bau von Schnellstraßen und Autobahnen ist Politik von vorgestern“, betont Axel Grunt von Zukunft statt Autobahn. „Gut ausgebauter, leistbarer öffentlicher Verkehr ist die Zukunft.“

Kommentar von Zukunft statt Autobahn zur Debatte um „Rasen am Ring“

Presseaussendung, 24. September 2014

Mobilität bewegt. Das ist gut so. Wenn aber eine Veranstaltung wie „Rasen am Ring“ dazu führt, über Einschränkungen des Demonstrationsrechts nachzudenken, dann wird es heikel. Anscheinend gibt es zwei Tage nach Ende der Internationalen Mobilitätswoche kein anderes Thema als den Wiener Beitrag dazu. „Rasen am Ring“ erntet ein Echo, das die Ausmaße der Veranstaltung bei Weitem übertrifft.

Bleiben wir doch wenigstens minimal sachlich: Die Welt ist auch am 22. September 2014 nicht untergegangen, auch wenn sich manch hämisches Online-Posting („Ätsch, es hat‘s den linken Chaoten verregnet“) und die Aussendungen von FPÖ und ÖVP entsprechend lesen.

Was ist denn tatsächlich in der Wiener Innenstadt geschehen?

Am Internationalen Autofreien Tag war eine Straße in Wien für den Autoverkehr über mehrere Stunden und eineinhalb Kilometer gesperrt. Überraschend? Bestimmt nicht – schließlich findet Rasen am Ring heuer bereits zum 8. Mal statt. Einschränkung der Bewegungsfreiheit? Kaum, zwischen Oper und Universität sind 73 Prozent des Verkehrs problemlos und sogar besser als an anderen Tagen abgelaufen.

Vielleicht kratzt es ja am Selbstbild vieler AutofahrerInnen. Aber nur mehr 27 Prozent der täglichen Wege werden in Wien mit dem PKW zurückgelegt (2012). Der enorme Großteil von 73 Prozent verteilt sich auf Öffentlichen Verkehr, Fahrrad oder die eigenen Beine. Und alle Menschen – sogar die größten AutofetischistInnen – profitieren von einer Stadt, die weniger auf den PKW-Verkehr ausgerichtet ist.

Trotz Schlechtwetters sind ein paar Tausend Menschen gekommen, vom Kind zum Pensionisten, von der Arbeiterin zum Studenten. Das zeigt, dass "Rasen am Ring" längst eine etablierte und beliebte Veranstaltung ist.

Und dass Großveranstaltungen nicht immer für alle lustig sind, ist auch keine Frage. „La Donna - Großer Besucheransturm führt zu langen Verzögerungen“ ist ebenso Normalität wie "‚Marsch für Jesus‘ und ‚Tag des Sports‘ legen am Samstag die Wiener City lahm“. Würde irgendjemand bei FPÖ und ÖVP ernsthaft eine dieser Veranstaltungen absagen oder verlegen wollen? Die entsprechenden Aussendungen der Wiener Opposition müsste ich übersehen haben…
Ich freue mich auf nächstes Jahr. Da feiern wir den Autofreien Tag im Zeichen des 150. Jahrestags der Eröffnung der Ringstraße. Da bringen wir den Ring wieder ein Stück näher an seine eigentliche Bestimmung: als Ort der Begegnung und als Aushängeschild einer wunderschönen Stadt!

Axel Grunt

Obmann der Plattform Zukunft statt Autobahn als Mitorganisator von Rasen am Ring