Es gibt sie, die intelligenten Alternativen zum Autobahnwahn!

Die heimische Mobilitätspolitik braucht dringend grundlegend neue Ansätze! Setzen wir auf Verkehrsvermeidung und eine deutliche Verkürzung der Alltagswege. So kommen Menschen auch ohne Autobahnen leichter, flexibler und billiger an ihre alltäglichen Ziele.

Wir fordern von der Politik die notwendigen Maßnahmen:

  • Autoverkehr vermeiden!
  • Massive Förderung des öffentlichen Verkehrs!
  • Kluger Regionalentwicklung!
  • Kompakte Siedlungsstruktur gegen Zersiedelungstendenzen!
  • Alte Dorfkerne und Zentren wiederbeleben!

Wie soll denn das funktionieren, wenn wir keine Autobahn bekommen? Wo sollen denn dann die ganzen Autos fahren? Wie komme ich denn ohne Auto in die Arbeit?

Leider, ganz einfache Antworten gibt es nicht. Wer Menschen in der Stadt unterstützen will, fördert kleinräumige Strukturen. Wer PendlerInnen unterstützen will, setzt auf die Bahn!

  • Ausbau der Schienen-Infrastruktur (Lokalbahnen, „Light-Rails“, Straßenbahnen): Alleine mit dem Geld für die Lobau-Autobahn kann man etwa 30 Bahnstrecken und Straßenbahnlinien neu- bzw ausbauen.
  • Erweiterung von Park&Ride.
  • Lokale Umfahrungsstraßen, wo es nachweislich zu einer Entlastung kommt.
  • Deutliche Ausdehnung der Parkraumbewirtschaftung, Einführung von Verkehrserreger-Abgabe und City-Maut.

Mehr dazu in der Studie Verkehrspolitisch sinnvolle Maßnahmen in der Ostregion.

Unsere Vorschläge für Wien haben wir in einem Beitrag zum Wiener Stadtentwicklungsplan STEP2025 zusammengefasst.

Die kompakte Stadt als Ideal

Ein kluges Modell ist das der „City of Micro-Cities“. Hier wird die Stadt in kleine lebenswerte Einheiten unterteilt, innerhalb derer alle Alltagswege innerhalb von 20 Minuten erledigt werden können – zu Fuß!

Regionalentwicklung abstimmen, vereinbaren und gemeinsam umsetzen

Derzeit widmet jedeR BürgermeisterIn auf Teufel komm raus Einkaufszentren auf der grünen Wiese. Eine geordnete Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung erfordert aber regionale PartnerInnenschaften und bundesländerübergreifenden Kooperationen. Kluge Siedlungsentwicklung orientiert sich am Öffentlichen Verkehr.

Für Wien bedeutet das eine Stadtentwicklung entlang der U2 in Richtung Flugfeld Aspern, der U1 und der U6 an der Achse Brünnerstraße. Hier können weitgehend eigenständige Bezirksteile entstehen, mit hochwertigen Arbeitsplätzen, Dienstleistungs¬betrieben und Wohnungen. Betriebe, die Autoverkehr provozieren (Fachmarktzentren!) müssen in Geschäftsstraßen oder zentralen Orten integriert werden.

Dezentrale Konzentration in NÖ

Auch im Wiener Umland muss das Eisenbahnnetz bei der weiteren Siedlungsentwicklung maßgebend sein und – im Interesse einer funktionierenden Nahversorgung – die Ortskerne!

Außerhalb der Ortskerne soll das Entstehen von Einrichtungen, die die Nahversorgung stören, durch ordnungspolitische und steuerliche Maßnahmen (z.B. Ausgleichszahlungen, Staffelung der Förderung in Abhängigkeit der Entfernung vom dichten Siedlungsverband oder von Stationen des ÖV,…) vermieden werden

Regionale Entwicklungszentren brauchen eine Chance auf qualitativ hochwertige Arbeitsplätze!

Gleiche Mobilitätschancen für alle

Mobilität ist ein Grundrecht. Die Konzentration auf den PKW ist ein Fehler.Noch bestimmt der Autoverkehr die Lebensgewohnheiten, den Rhythmus und die Qualität des Öffentlichen Raums.

Um das zu ändern, um flexible gleiche Mobilitätschancen für alle zu erhalten braucht es ein Umdenken:

  • Attraktives FußgängerInnen-Umfeld
neue Wegeverbindungen in besonders langen Baublöcken, Verbreiterung der Gehsteige, Beleuchtung, Vermeidung von Angsträumen, Spritzschutz gegenüber dem Kfz-Verkehr, mehr gesicherte Querungsmöglichkeiten,… Die Möglichkeiten sind unerschöpflich.
  • Potenziale des Radverkehrs nützen
Ausbau der Radwegeinfrastruktur zu einem vollständigen Netz, gesicherte Querungsmöglichkeiten an neuralgischen Stellen, Orientierungs- und Leitsystems, wetter- und diebstahlgesicherte Abstellmöglichkeiten, Bike&Ride.
  • Verbesserungen im Öffentlichen Verkehr
kürzere Zugangswege, ein dichteres Linien- und Haltestellennetz (Renaissance der Straßenbahn!), Reduktion der Umsteigeerfordernisse, bessere Abstimmung der Fahrpläne, längere Betriebszeiten, weitere Beschleunigung des ÖV. Witterungsschutz und Komfort an der Haltestelle, Vorrang für den ÖV in der Verkehrsorganisation.
  • Und: Der ÖV darf nicht an den Grenzen enden
Zur Eindämmung des PendlerInnenverkehrs per Auto brauchen wir Regionalzüge, die von Niederösterreich und aus dem Burgenland durch das Wiener Stadtzentrum durchgebunden werden. S-Bahn und Regionalzüge in der Ostregion haben ein schlechtes Image, sie brauchen zeitgemäßes Wagenmaterial und ein abgestimmtes Fahrplanangebot.