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Institut für ökologische Stadtentwicklung PDF Drucken E-Mail

 

Website: http://www.oekostadt.at

 

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Das Institut für ökologische Stadtentwicklung empfiehlt eine neue Prioritätensetzung für Verkehrsinvestitionen auf der Grundlage der folgenden Thesen:

•    Die Lobau-Autobahn ist nur ein extremes Beispiel für Investitionen in nicht zukunftsfähige Strukturen,
     die nur eine Entwicklung fortschreiben, die viele aktuelle Krisen verursacht
•    Beim Straßenbau wären noch größere Summen einzusparen, wenn alle geplanten Autobahn-
     und Schnellstraßen-Projekte in eine Neubewertung einbezogen werden
•    Auch die Priorität von Mega-Bahnprojekten sollte hinsichtlich der damit erreichbaren Verbesserung der jeweiligen
     Verkehrsverbindungen im Verhältnis zum Aufwand hinterfragt werden (Minimierung von Tunnellängen)
•    Mobilität findet zum größten Teil lokal und regional statt – ihre nachhaltige Sicherung muss Vorrang haben
•    Bahnverkehr ist nicht nur nachhaltiger als Straßenverkehr (der Betrieb ist durch Versorgung mit Strom aus erneuerbaren
     Quellen langfristig gesichert, die Emissionen sind weit geringer), sondern auch wirtschaftlicher – bei etwa gleichen Kosten
     und geringerem Flächenverbrauch ist die Transportkapazität einer zweigleisigen Bahn rund doppelt so hoch wie bei einer
     vierspurigen Autobahn
•    Die Stärke der Bahn liegt in der Erschließung von Korridoren entlang der Linien, die Stärke des Autoverkehrs in der
     Erschließung großer Flächen – Autobahnen erschließen aber Korridore in Konkurrenz zur Bahn
•    Eine Umschichtung von Investitionen kann zur Bewältigung mehrerer aktueller Krisen beitragen: Schuldenkrise
     (Einsparungsbedarf), Umweltkrise (Klimaschutz), Sozialkrise (Leistungen erhalten), Energiekrise (Versorgungssicherheit)

Durch die Setzung neuer Prioritäten können nicht nur nachhaltige Verkehrsprojekte finanziert werden, sondern es werden
(als Beitrag zur Budgetsanierung) auch Mittel für andere Zwecke frei:

•    Investitionen in den Ausbau nachhaltiger Personennahverkehrsnetze (Bahnen, Geh- und Radwege)
      als Verkehrssystem
der Zukunft sowie in eine dafür förderliche Siedlungsentwicklung
•    Vermeiden von Kürzungen bei Sozialleistungen
•    Verringerung der Budgetausgaben und damit der Neuverschuldung

Motto: SPAREN UND BESSER LEBEN


Das Ziel des Instituts für ökologische Stadtentwicklung sind lebenswerte Siedlungen, in denen die Mobilität der Bewohner und eine behagliche Wohnung auch in Zukunft gesichert sind.
Diese Siedlungen sind aus kompakten, fußgängergerechten, nutzungsgemischten Teilen (Quartieren) zusammengesetzt und an für den Schienenverkehr geeigneten Standorten in ein polyzentrisches Stadtsystem integriert. Sie bestehen aus solarorientierten Gebäuden und werden mit Energie aus erneuerbaren Quellen versorgt. Ihre Vorteile sollten in einer ökologischen Modellsiedlung („Ökostadt“) demonstriert werden.

Mit den für den Bau der Lobau-Autobahn erforderlichen 3 Milliarden Euro könnte eine komplette ökologische Kleinstadt errichtet werden mit:
- rund 5.000 Wohnungen für mehr als 10.000 Einwohner
- Betrieben und Einrichtungen für eine weitgehende Versorgung mit Waren und allen nötigen (sozialen) Diensten,
  für Bildung und Freizeit, die auch rund 5.000 Bewohnern Arbeit bieten
- einem Verkehrssystem aus Geh- und Radwegen sowie einem attraktiven Öffentlichen Verkehr
- abwechslungsreich gestalteten Straßen, Plätzen und Grünräumen

Im Unterschied zur Lobau-Autobahn verteilen sich diese Kosten aber auf viele kleine Einzelprojekte, die (wie die Wohnungen) meist großteils von den Benützern finanziert werden. Die öffentliche Investition für eine ökologische Modellsiedlung wäre also weit geringer. Um den Gesamtbetrag könnte man sogar den Bewohnern die Wohnungen kostenlos zur Verfügung stellen.

 

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